Fotomaxe
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Kamerakauf & Equipment

 

Ich möchte zum einen keine bestimmten Marken empfehlen und auch nichts, was ich nicht kenne. Ich  würde  ein Fotofachgeschäft empfehlen oder es gibt natürlich auch viele Informationen im Netz. Wenn ich ab und an meine Fuji-Kamera erwähne soll das keine Werbung darstellen. Ich möchte hier einfach ein paar grundlegene Tipps geben und alles spiegelt nur meine persönliche Meinung und Einschätzung wider.

 

Welche Kamera soll ich also kaufen?

Eine DLSR Spiegelreflexkamera, eine DSLM Systemkamera, eine Bridgekamera oder eine kleine Kompaktkamera?

 

Es gibt derzeit hauptsächlich 4 Systeme am Markt.

 

Der schon seit langer Zeit etablierte DSLR Markt ( Kameras mit Klappspiegel) mit Wechselobjektiven

Den Sektor der neuen Generation, der DSLM Systemkameras (spiegellose Kameras) mit Wechselobektiven.

Den Bereich der Bridgekameras, welche ein fest installiertes und nicht wechselbares Objektiv haben und den Bereich der Kompaktkameras. 

 

 

 

Bridge Kamera

 

Die Bridgekamera ist eine Mischung zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflexkamera. Bridgekameras sind wie DSLM Kameras spiegellos, haben ein fest eingebautes (meist) Zoomobjektiv und entsprechen in der Bauform einer DSLR Kamera.  Untenstehende Angaben sind möglich, können aber je nach Hersteller und Modell variieren.

 

  • keine zusätzlichen Objektive, die es zu schleppen gilt
  • optischer Zoom bis 50 fach
  •  Pixeldichten bis 20 MP
  • ISO bis 25.600
  •  neigbares Display (Touchscreen)
  •  Bildstabilisator
  • Bluetooth & Wlan
  • Gewicht bis ca. 900 g

 

 

 

Kompaktkamera

 

Die Kompaktkameras, die wie der Name schon sagt, sehr kompakt gebaut sind, finden z.B. Platz in der Hosentasche oder einer Innentasche der Jacke.

 

  • keine zusätzlichen Objektive, die es zu schleppen gilt
  •  optischer Zoom bis 30 fach
  •  Pixedichten bis 20 MP
  •  ISO bis 25.600
  •  Blendenöffnung ab F/2.8
  • Bluetooth & Wlan
  •  HDMI Anschluß
  •  Displaygröße bis 3 Zoll
  •  Gesichtserkennung
  •  HDR
  •  eingebauter Blitz
  •  Gewicht bis ca. 450 g

 

 

 

DSLR Kamera

 

Eine DLSR Kamera hat einen optischen Sucher (OVF). Du schaust  praktisch durch das Objektiv wie bei einem Fernglas. Die DSLR hat einen Klappspiegel.  Die DSLR Kameras sind die Domäne der Berufsfotografen. Viele aber fahren heute zweigleisig um die Vorteile von beiden Welten (DSLR & DSLM) nutzen zu können. 

 

Viele Hersteller aber entwickeln die DSLR Kameras und auch deren Objektive schon seit einiger Zeit nicht mehr weiter. Man kann sagen, dass die DSLR Generation ein Auslaufmodell ist.

 

+ derzeit noch größeres Angebot an Objektiven

+ längere Akkulaufzeiten

- meist schwerer und unhandlicher als DLSM

 

 

 

DSLM System Kamera

 

Eine Systemkamera besitzt einen elektronischen Sucher und ist spiegellos. Du blickst sozusagen auf ein internes hochauflösendes Display welches eine Pixedichte von mindestens 2 MP Bildpunkten besizten sollte. Das läßt eine sehr gute Beurteilung des Bildes/Motivs zu und steht dem (OVF) in nichts mehr nach. Durch die vielen Optionen, die ein elektronischer Sucher anzeigen kann, hat der Fotograf viel mehr Kontrolle über alle wichtigen Parameter und kann somit das Auge während des shootens am Sucher lassen. Der ständige Kontrollblick auf das Display nach jeder Aufnahme eines Bildes wie bei einer DSLR entfällt und das kommt auch jedem Neueinsteiger zugute. Du sieht genau das Bild im Sucher, welches anschließend auf der Karte gespeichert wird. 

 

 

+ meist leichter und handlicher als DLSR

+ viele Zusatzinformationen die eingeblendet werden können, wie z.B. Histogramme, Lupen, Raster, Wasserwagen uvm.

+ Fokus Peeking zur manuellen Schärfeeinstellung

+ die Option durch einen elektronischen Verschluss vollkommen lautlos zu fotografieren

+ permanente Echtzeitvorschau im Sucher. Das beinhaltet Filmsimulationen, Schwarz-Weis Fotografie und alle Faktoren, die das Bild kameraseitig durch Einstellungen wie Blende, ISO, Weisabgleich usw. beeinflussen. Bei einigen wird sogar die Hyperfocale Distanz im Sucher angezeigt, die der Kontrolle der Tiefenschärfe dient.

+ permante Bildkontrolle im Sucher und Schärfenachführung auch bei Serienaufnahmen. 

+ Blackouts die durch den Spiegelschlag einer DSLR kontruktionsbedingt auftreten entfallen.

+ kontruktionsbedingt klare Vorteile bei Videoaufzeichnungen  

+ bei Aufnahmen mit offener Blende bei extremen Lichtsituationen reicht bei der DSLR oft die kürzeste Belichtungszeit nicht aus. Der elektronischen Verschluss einer DSLM ist schneller und bewältigt dieses Problem

 

- kürzere Akkulaufzeiten wegen des optischen Suchers, der zusätzlich Strom verbraucht.

 

 

 

Der Pixel (wahn)Sinn

 

Die alleinige Anzahl der Pixel sagt noch nicht viel über die Qualität der Aufnahmen aus. Wichtig sind der Sensor und das Objektiv. Die Sensorgröße hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildqualität. Das Standard Bildformat einer frühren Kleinbildkamera mit Kleinbildfilms ist 24 x 36 mm. Dieses Format findet auch heute noch Verwendung, sowohl in DLSR Kameras als auch in Systemkameras. Man nennt diesen Sensor einen Vollformatsensor und er stellt das High End von Kleinbildkameras dar. Darüber hinaus gibt es im Profilager auch noch Mittel- und Großformatkameras, die aber für unsere heutige Betrachtungen unbedeutend sind. Folgende Sensorgrößen spielen im derzeitgen System- und Kompaktkamerasektor eine Rolle. 

 

APS-H (27.90 x 18.60 mm)

APS-C (23.60 x 15.60 mm))

APS-C Canon (22.20 x 14.80 mm)

1.5″ (18.70 x 14.00 mm)

Micro Four Thirds 4/3″ (17.30 x 13.00 mm)

1″ (12.80 x 9.60 mm)

1/1.2″ (10.67 x 8.00 mm)

 

Die Sensoren sind allesamt kleiner als ein Vollformatsensor (Kleinbildformat) und damit ergibt sich ein anderer Bildwinkel gegenüber eines Vollformatsensors bei gleicher Brennweite. Die Hersteller geben als Hilfsmittel dazu den Cropfaktor an. Weiterführende Infos bitte über die Sitemap oder den folgenden Link.

"Foto Know How"

 

Folgendes in Bezug auf die Sensorgröße sollte man wissen. Durch jeden Pixel fließt Strom, der wiederum erzeugt Wärme, und Wärme erzeugt Bildrauschen. Was heißt das? Je kleiner der Sensor desto weniger Abstand haben die einzelnen Pixel zueinander. Das wiederum erzeugt mehr Wärme und damit auch mehr Bildrauschen. 

Gute Sensoren sollten aber bis ca. 1600 ISO eigentlich keine Probleme mit Bildrauschen haben.

 

 

Wieviele Pixel machen Sinn ? 

 

Viele hauptsächlich dann, wenn du riesen Poster oder Fototapeten ausbelichten lassen möchtest. Ich persönlich halte 16 - 26 Mio für den Amatuerbereich für völlig ausreichend. Sofern der Sensor gute Qualität liefert, haben viele Pixel aber dennoch einen netten Vorteil. Du kannst dich bei der Aufnahme voll auf dein Motiv konzentrieren und viel Platz um das Motiv herum lassen und kannst dann kleinere Ausschnitte später in der Software wählen. Bei einem guten Sensor kannst du dann zoomen, zoomen, zoomen und das Bild bleibt knacke scharf. Das macht so richtig Laune....

 

Was die Sensorgröße angeht, würde ich APS-H oder APS-C empfehlen, weil sie von den "Kleinen" noch die Größten sind und per se weniger Probleme mit Bildrauschen haben werden als noch keinere Sensoren.

  

 

 

Welches Objektiv,

 welche Brennweite und welche Lichtstärke?

 

Die schlechte Nachricht:

 

 Das beste Objektiv gibt es nicht, sowie es auch nicht die beste Kamera gibt.

Es hängt davon ab, was du schwerpunktmäßig fotografieren möchtest? Meine dringende Empfehlung wäre, nicht alles fotografieren zu wollen. Besser ist es, sich thematisch und methodisch an die einzelnen Bereiche heranzutasten.

 

 

 

Lichtstärke

 

Eine Überlegung würde ich voranstellen:

 

wenn du tolle Lichtstimmungen auch bei schlechten Lichtverhältnissen einfangen möchtest, solltest du auf die Lichtstärke achten. Ein lichtstarkes Objektiv ermöglich es Dir lange aus der Hand, ohne Stativ und ohne Blitz zu fotografieren. In Verbindung mit einem Bildstabilisator verlängern sich die Zeiten nochmals um ein Vielfaches.

 

 

Die Lichtstärke bezeichnet die größte Blendenöffnung welche bei dem jeweiligen Objektiv zur Verfügung steht. Die Lichtstärke wird mit einer Zahl angebeben, die den Faktor von der maximal möglichen Öffnung der Irisblende zum Objektivdurchmesser angibt. Du findest die Angabe auf der Vorderseite eines Objektives. Die Angabe lautet z.B. "F /1.2" und bedeutet eine große Anfangsöffnung, durch die mehr Licht hindurch kommt, als z.B. ein Objektiv mit F /2.8 oder höher. Leider sind lichtstarke Objektive immer teuer!

 

 

Bei Zoomobjektiven gibt es zwei Angaben: der erste Wert bezeichnet dabei die maximale Öffnung für die kürzeste Brennweite des Objektives und der zweite Wert beschreibt die Lichtstärke für seine längste Brennweite. Zum Beispiel (F /3.5 - F / 5.6). Das heißt: die Lichtstärke wird mit zunehmender Brennweite schlechter.

 

 

Brennweite

 

Wir sprechen von Festbrennweiten und Zoomobjektiven. 

Die Brennweite bestimmt den Bildwinkel und hat auch Einfluss auf die Tiefenschärfe. 

 

Wie ist die Definition von Tiefenschärfe?

 

Die Tiefenschärfe bestimmt den Bereich, der vor und hinter der Fokusebene noch scharf dargestellt wird. Sie ist abhängig von der Brennweite, der Blende und dem Abstand zum Objekt. Die Kenntniss über die Zusammanhänge der bewussten Steuerung der Tiefenschärfe ist ein "must have" für kreative Köpfe und Bilder. Dazu gibt es im Playstore eine App namens "DOF". Sie errechnet anhand der Blende, Brennweite und Abstand zum Objekt die Tiefenschärfe.

 

 

Welche Objektive gibt es?

 

Wir unterscheiden zwischen Festbrennweiten und Zoomobjektiven. Alle Zoomobjekive haben variable Brennweiten, alle anderen sind sogenannte Festbrennweiten. Objektive mit einer Lichtstärek von F / 1.2 sind meist Festbrennweiten. Zoomobjektive sind bauartbedingt meist nicht so Lichtstark, wenn doch, sind sie sündhaft teuer.

 

 

Ultra & Weitwinkelobjektive

Ultra-Weitwinkel-Objektiv: unter 20 mm

Weitwinkel-Objektiv: 20 mm bis 50 mm

 

Ultra und normale Weitwinkelobjektive eignen sich hervorragend für enge Räume, da sie einen großen Bildwinkel haben. Ein Weitwinkel wartet mit einer großen Tiefenschärfe auf, womit es möglich ist, Objekte im Vordergrund samt dem Hintergrund scharf abzubilden. Zu beachten ist, das Weitwinkelojektive perspektivische Verzerrungen hervorrufen und somit normalerweise für Porträts ungeignet sind.

 

 

Standardobjektiv

Normal-Objektiv: 50 mm

 

Das 50 mm Standardobjektiv erzeugt keine perspektivischen Verzerrungen und kommt dem Bildwinkel des menschlichen Auges am nähesten. Es ist das sogenannte "immer drauf". Mit dem 50er kann prakktisch alles fotografiert werden.

 

Wenn es eine Festbrennweite sein soll, würde ich ein 50er mit einer Lichtstärke von F/1.2 oder 1.4 empfehlen. 

 

 

Teleobjektiv

Tele-Objektiv: 50 mm bis 300 mm

Super-Tele-Objektiv: 300 mm bis 600 mm und mehr

 

Wann macht ein Tele Sinn?

 

Du möchtest Wildtiere fotografieren, kannst aber nicht schnell genug hinterherlaufen, oder aber nicht schnell genug weglaufen... (Fluchtdistanz)... lol

Du bist ein Paperazzi und möchtest nicht gesehen werden... lol

Du hast keine Möglichkeit nah an dein Motiv heranzukommen.

 

Ein Teleobjektiv hat je nach Brennweite einen kleinen Bildwinkel und hat die Eigenschaft den Raum zu stauchen.  Auch der in der Luft befindliche Staub wird verdichtet. Deshalb wirken extreme Tele-Aufnahmen mit langen Brennweiten oft etwas dunstig. Je länger also die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel, ergo der Bildausschnitt. Durch das Heranzoomen aber besteht Verwacklungsgefahr. Früher gab es eine Formel zum ermitteln der nötigen Belichtungszeit. Die lautete: 1 / Brennweite. Bei 400 mm Brennweite würde das eine 400/sek Belichtungszeit erfordern. Durch heutige Bildstabilisatoren ist es aber möglich mit wesentlich längeren Belichtungszeiten noch scharfe Aufnahmen zu erhalten. Ein Tele ist durchaus auch für Porträts geeignet, wobei bei allzu langen Brennweiten der Abstand zum Objekt (Person) einfach zu groß und eine Interaktion nicht mehr möglich ist.

 

Einige werden mich jetzt als Oldfashioned bezeichnen. Also früher, vor den Zoomobjektiven gab es lange Zeit nur ein 50 mm Standardobjektiv. Mit diesem "immer drauf" hat man alles fotografiert. Das 50 mm ist vom Bildwinkel nämlich unserem Auge am nächsten. Man kann damit hervorragend eigentlich alles fotografieren. Sowohl Landschaft, wie auch Porträts.

 

 

Eine Weitere aber sicherlich bessere Alternative, die bereits viel abdeckt, ist natürlich ein Zoomobjektiv.

 

Ich würde den Anfang ein Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 18–135 mm empfehlen und dem Einstieger erstmal davon abraten sich gleich eine ganze Palette an Objektiven zuzulegen, denn das könnte für Verwirrung sorgen. Man verzettelt sich leicht.

 

Wer unbedingt gleich mit einem Superzoom anfangen möchte, dem würde ich ein 18–300 mm Objektiv empfehlen. Das 18-135 mm aber stellt für mich einen sehr guten Kompromiss in Bezug auf den Weitwinkelbereich von 18 mm und den Zoombereich bis 135 mm dar. Der Bereich ist geeignet sowohl für Weitwinkelaufnahmen wie z.B. in Innenbereichen, wo es eng zugeht, für Landschaft und auch hervorragend geeignet für Porträts im Bereich von 80–135 mm.

 

Ich habe vor 5 Jahren einen kompletten Systemwechsel von DSLR Canon auf DSLM Fujitsu XT vollzogen und habe die Entscheidung bis heute nie bereut.

 

Meine persönliche Empfehlung liegt daher eindeutig auf einem DSLM System.